etwas zu uns

In der Bildungsprotestbewegung tauchen unterschiedliche Standpunkte auf, die sich teilweise entgegen stehen. Schlagworte wie „Bildung als Ressource“, „Standortlogik“ und „Ökonomisierung der Bildung“ seien hierzu nur beispielhaft genannt, in denen sich die Widersprüchlichkeiten niederschlagen. Diese Umstände haben uns dazu gebracht, nicht nur an Protesten teilzunehmen, sondern nun auch selbst mit eigenen Beiträgen in aktuellen Debatten emanzipatorische Inhalte beizusteuern.

Wir finden es gut, dass die BesetzerInnen des Musiksaals sich als Zusammenschluss von Individuen verstehen und sich das Plenum nicht einer Gruppe unterordnet. In diesem Sinne bringen wir uns auch als Individuen ein. Das „Kompetenzzentrum Bummelstudium“ als Gruppe ist nicht Teil dieser Bewegung. Uns ist die Eigenständigkeit in der inhaltlichen Auseinandersetzung wichtig, was in unseren Augen keinen Widerspruch darstellt. Allgemein sehen wir die Interaktion von mehreren Gruppen anstatt der Bildung einer Einheitsbewegung nicht als lähmend an, sondern im Gegenteil als Voraussetzung eines kritischen Pluralismus. Damit wird zum einen das thematische Blickfeld erweitert und zum anderen die Gefahr der Verklärung des eigenen Handelns reduziert.

Wir wollen nicht darauf vertrauen, dass unsere Forderungen, als Wünsche wahrgenommen, Erfüllung finden. Einem solchen Obrigkeitsdenken setzen wir selbstbestimmtes Handeln entgegen. Deshalb wahren wir zu Diskussionen um Gestaltungen innerhalb der bestehenden Strukturen eine kritische Distanz und möchten statt dessen einen erweiterten Blick auf diese im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang werfen und sie hinterfragen.